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Bewerbung Euro-Dorfwettbewerb

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Im Garten der Wirtschaft Röckel zu Petersbächel stand ein hoher, schlanker Stein. Die eine Seite zeigt ein flammendes Herz, darüber das Zeichen IHS. Eine Jahreszahl ist nicht zu erkennen. Der Stein ist nach den Aussagen der alten Leute das Grabdenkmal eines Priesters, und sie erzählen darüber wie folgt:   

Als zur Zeit der Revolutionsherrschaft der Jakobiner jegliche Seelsorgetätigkeit unterdrückt und mit schweren Strafen geahndet wurde, ritt trotzdem jede Woche aus einem benachbarten Dorf ein Priester auf einem Schimmel in der ganzen Gegend herum und verrichtete furchtlos sein Seelsorgeamt. Seinen Feinden blieb er lange Zeit verborgen.

Eines Tages erfasste ihn große Angst, die sich sogar dem Pferde mitteilte, so dass Ross und Reiter mit sichtlicher Erregung, schweißtriefend auf dem Oberpetersbächler Hof anlangten. Schon waren die Späher auf der Spur; sie mussten den Reiter gesehen und erkannt haben. In der höchsten Gefahr versteckten die Bauersleute den Priester im Heustock. Nachdem die Verfolger wieder abgezogen waren, ging man daran, den Geistlichen aus seinem Versteck zu befreien. Doch er war erstickt, und man fand ihn tot unter einem abgestürzten Stock Heu. Um kein gefahrbringendes Aufsehen zu erregen, lud man den Toten auf einen Wagen unter eine Ladung Stroh und fuhr ihn auf das sogenannte „Schönauer Feld" und begrub ihn dort.

Später aber grub man ihn wieder aus und gab ihm eine Stätte im Hof, die heute noch durch den Grabstein bezeichnet ist. Aus F.W. Hebel, Pfälzische Sagen


Der ehemalige Dorfschullehrer und Heimatforscher Karl Unold konnte indes folgendes darüber berichten:

„Als damals im Elsaß alle Geistlichen, die den kirchenfeindlichen Staatseid' nicht schwören wollten, gewaltsam nach Straßburg abgeführt wurden, flohen viele Pfarrer über die Grenze und suchten Schutz in den Grenzdörfern Gebüg und Schönau des Amtes Wegelnburg, die Eigentum des Herzogs von Zweibrücken waren, und noch nicht unter französischer Oberhoheit standen, wo sie vor den Verfolgern sicher waren. So wollte auch ein Geistlicher, der von den Sansculotten verfolgt wurde, sich nach Gebüg in das Amt Wegelnburg retten und kam nach Petersbächel, wo er bei den Vorfahren der Familie Lambert Zuflucht und Schutz fand. Sie versteckten ihn in ihrer Scheune im Heu. Als die Verfolger wieder abzogen, fand man ihn tot im Heu erstickt.

In ihrem Garten fand der fremde Priester seine letzte Ruhestätte. Noch heute steht im Garten der Familie Röckel-Unold der alte Grabstein auf dem vergessenen Priestergrab."

Aus der Chronik von Petersbächel 1747-1997 v. Wolfgang Schultz

Anm.: Der Stein existiert noch und befindet sich heute in Privatbesitz. Er steht jedoch nicht mehr an seinem ursprünglichen Ort.


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